Geschichte des Bucheinbandes
Geschichte der Buchbinderei in Roßwein
Den Völkern des Altertums waren
Bücher, wie wir sie kennen, unbekannt. Die Ägypter, nach Ihnen
die Griechen und Römer, gebrauchten zu ihren schriftlichen Aufzeichnungen
die Schriftrollen; diese bestanden aus langen Streifen aneinandergeklebter,
aus dem feinen Bast, der Stengel der Papyrospflanze die zusammengerollt
aufbewahrt wurden und deshalb Rollen genannt wurden. Die Griechen und Römer
hatten auch noch Pergamentblätter zum beschreiben, sie wurden aus
Ziegen- oder Schafhäuten hergestellt. Es wurden aber a uch mit Wachs
überzogene Holztafeln oder dünne Bleitafeln, die mit einen harten
Griffel beschrieben würden, benutzt. Diese Tafeln können wir
ihrer Form nach als die Vorläufer unserer Bucheinbände ansehen,
da sie zu mehreren an den Längsseiten zusammengebunden waren.

Bücher in der heute üblichen Form sind in den ersten nachchristlichen
Jahrhunderten aufgekommen und etwa im 5. Jahrhundert allgemein an die Stelle
der vorher gebrauchten Schriftrollen getreten. Der Einband dieser Zeit
bestand gewöhnlich aus Holzdeckeln, die mit Leder überzogen oder
mit elfenbeingeschnitzten, goldenen oder silbernen Platten, die mit Edelsteinen
und getriebenen Ornamenten verziert waren, bedeckt wurden. Die Anfertigung
der Bücher geschah anfänglich nur in Klöstern; erst im 15.
Jahrhundert traten bürgerliche Buchbinder auf. Der Ausbreitung des
Buchdrucks folgte natürlich die der Buchbinderei auf dem Fuße
Die ersten gedruckten Bücher bekamen massige Eichenholzdeckel, dann
überzog man dünnere Holzdeckel mit Pergament oder Leder in das
Verzierungen eingepreßt wurden.
In Deutschland fand der künstlerische, mit Handvergoldung
verzierte Einband um die Mitte des 16. Jahrhunderts Eingang, und zwar von
Venedig aus; teils geschah es durch die Frankfurter Buchhändlermesse
auf welcher schon seit Jahren in Venedig gedruckte Bücher gehandelt
wurden, teils durch gelehrte deutsche Mönche, die, in Italien studierend,
mit den dortigen Druckernbekannt wurden und deren Werke auch gebunden nach
Deutschland brachten. Als Wiege des deutschen, ganz besonders des sächsischen
Einbandes ist die 1502 von Kurfürst Friedrich den Weisen begründete
Universität Wittenberg zu bezeichnen. Von den deutschen Bücherfreunden
damaliger Zeit ist besonders den Fuggern in Augsburg, dem GrafenMansfeld,
vor allen aber dem Kurfürst August von Sachsen (gest. 1586) die Einführung
der neuen Art der Buchdeckenverzierung zu verdanken. Letzterer rief 1566
den Augsburger, aus Zwickau in Sachsen gebürtigen Buchbinder Jakob
Krauße an seinen Hof, dem später 1578 Kaspar Meuser nachfolgte.
Die Verzierung der deutschen Einbände bestand anfänglich in Kartuschen-
und Stempelrankenwerk, dem sich dann das spitzen-, rosetten- und fächerartige
Ornament anschloß. Einen großen Rückgang in der künstlerischen
Buchbinderei entstand durch den 30-jährigen Krieg. Zu dieser Zeit
und auch später wurden nur einfachere Einbände hergestellt die
heute kaum noch Beachtung finden. Was die künstlerischen Einbände
in der Zeit von 1880-1895 betrifft, so ist bei allen Nationen ein mehr
oder weniger großer Fortschritt zu verzeichnen; eine ausgebildete
Technik in der Herstellung des Buchblocks, dessen Privilegium man früher
nur den Franzosen zuerkennen konnte, und Orginalität der Entwürfe
zeichnen die Einbände um 1930 aus. Wie allenthalben in den dekorativen
Künsten, so macht sich seit 1896 auch im Buchgewerbe eine neue
sogenannte moderne Richtung in der Ornamentation bemerkbar, die auch naturgemäß
einen mächtigen Einfluß auf die Verzierung des Bucheinbandes
ausübt.
Die Buchbinderei in Roßwein auf der Mühlstraße 7 besteht
seit dem 14.7.1855. Sie wurde gegründet von Anton Ludwig Vincentz.
Arthur Uhlrich führte die Buchbinderei ab 1904 weiter.
Am 10.4.1937 wurde das Haus und die Buchbinderei von
meinem Vater Werner May übernommen.
Mein Name ist Wilfried May und ich wurde am 15.April 1950 in Roßwein geboren. 1964-1969 erlernte
ich das Buchbinderhandwerk. Im Jahre 1975 legte ich die Meisterprüfung
im Buchbinderhandwerk in Leipzig ab und übernahm 1977 von meinem Vater das Geschäft.
Geschichte des Bucheinbandes