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Enrico May






       


Geschichte des Bucheinbandes
Geschichte der Buchbinderei in Roßwein

Den Völkern des Altertums waren Bücher, wie wir sie kennen, unbekannt. Die Ägypter, nach Ihnen die Griechen und Römer, gebrauchten zu ihren schriftlichen Aufzeichnungen die Schriftrollen; diese bestanden aus langen Streifen aneinandergeklebter, aus dem feinen Bast, der Stengel der Papyrospflanze die zusammengerollt aufbewahrt wurden und deshalb Rollen genannt wurden. Die Griechen und Römer hatten auch noch Pergamentblätter zum beschreiben, sie wurden aus Ziegen- oder Schafhäuten hergestellt. Es wurden aber a uch mit Wachs überzogene Holztafeln oder dünne Bleitafeln, die mit einen harten Griffel beschrieben würden, benutzt. Diese Tafeln können wir ihrer Form nach als die Vorläufer unserer Bucheinbände ansehen, da sie zu mehreren an den Längsseiten zusammengebunden waren.
Der Buchbinder Bücher in der heute üblichen Form sind in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten aufgekommen und etwa im 5. Jahrhundert allgemein an die Stelle der vorher gebrauchten Schriftrollen getreten. Der Einband dieser Zeit bestand gewöhnlich aus Holzdeckeln, die mit Leder überzogen oder mit elfenbeingeschnitzten, goldenen oder silbernen Platten, die mit Edelsteinen und getriebenen Ornamenten verziert waren, bedeckt wurden. Die Anfertigung der Bücher geschah anfänglich nur in Klöstern; erst im 15. Jahrhundert traten bürgerliche Buchbinder auf. Der Ausbreitung des Buchdrucks folgte natürlich die der Buchbinderei auf dem Fuße Die ersten gedruckten Bücher bekamen massige Eichenholzdeckel, dann überzog man dünnere Holzdeckel mit Pergament oder Leder in das Verzierungen eingepreßt wurden.
In Deutschland fand der künstlerische, mit Handvergoldung verzierte Einband um die Mitte des 16. Jahrhunderts Eingang, und zwar von Venedig aus; teils geschah es durch die Frankfurter Buchhändlermesse auf welcher schon seit Jahren in Venedig gedruckte Bücher gehandelt wurden, teils durch gelehrte deutsche Mönche, die, in Italien studierend, mit den dortigen Druckernbekannt wurden und deren Werke auch gebunden nach Deutschland brachten. Als Wiege des deutschen, ganz besonders des sächsischen Einbandes ist die 1502 von Kurfürst Friedrich den Weisen begründete Universität Wittenberg zu bezeichnen. Von den deutschen Bücherfreunden damaliger Zeit ist besonders den Fuggern in Augsburg, dem GrafenMansfeld, vor allen aber dem Kurfürst August von Sachsen (gest. 1586) die Einführung der neuen Art der Buchdeckenverzierung zu verdanken. Letzterer rief 1566 den Augsburger, aus Zwickau in Sachsen gebürtigen Buchbinder Jakob Krauße an seinen Hof, dem später 1578 Kaspar Meuser nachfolgte. Die Verzierung der deutschen Einbände bestand anfänglich in Kartuschen- und Stempelrankenwerk, dem sich dann das spitzen-, rosetten- und fächerartige Ornament anschloß. Einen großen Rückgang in der künstlerischen Buchbinderei entstand durch den 30-jährigen Krieg. Zu dieser Zeit und auch später wurden nur einfachere Einbände hergestellt die heute kaum noch Beachtung finden. Was die künstlerischen Einbände in der Zeit von 1880-1895 betrifft, so ist bei allen Nationen ein mehr oder weniger großer Fortschritt zu verzeichnen;  eine ausgebildete Technik in der Herstellung des Buchblocks, dessen Privilegium man früher nur den Franzosen zuerkennen konnte, und Orginalität der Entwürfe zeichnen die Einbände um 1930 aus. Wie allenthalben  in den dekorativen Künsten, so macht sich seit 1896 auch im Buchgewerbe eine neue  sogenannte moderne Richtung in der Ornamentation bemerkbar, die auch naturgemäß einen mächtigen Einfluß auf die Verzierung des Bucheinbandes ausübt. Die Buchbinderei in Roßwein auf der Mühlstraße 7 besteht seit dem 14.7.1855. Sie wurde gegründet von Anton Ludwig Vincentz. Arthur Uhlrich führte die Buchbinderei ab 1904 weiter.
Am 10.4.1937 wurde das Haus und die Buchbinderei von meinem Vater Werner May übernommen.
Mein Name ist Wilfried May und ich wurde am 15.April 1950 in Roßwein geboren. 1964-1969 erlernte ich das Buchbinderhandwerk. Im Jahre 1975 legte ich die Meisterprüfung im Buchbinderhandwerk in Leipzig ab und übernahm 1977 von meinem Vater das Geschäft.
Geschichte des Bucheinbandes
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